Im Rahmen des „Water Crunch Report“ wurden Führungskräfte aus Industrieunternehmen sowie Entscheidungsträger bei Wasserversorgungsunternehmen und Kommunen in ganz Europa befragt. Nach Angaben von Führungskräften aus der Industrie hat die Wasserknappheit in den vergangenen zwei Jahren bereits zu einem Anstieg ihrer Betriebskosten (44 %), zu einer Belastung der Infrastruktur- und Instandhaltungsbudgets (38 %) sowie zu Störungen in den Lieferketten (30 %) geführt. Sollte es morgen zu einer schwerwiegenden Störung der Wasserversorgung kommen, gehen 44 % der befragten Unternehmen davon aus, dass ihr Betrieb innerhalb von 24 Stunden beeinträchtigt würde. Mehr als die Hälfte (52 %) der befragten Industrieentscheider geht davon aus, dass die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser bis 2031 zu einem ernsthaften Wachstumshemmnis werden. Jeder siebte (14 %) gibt an, dass dies bereits heute ein Hindernis für den Betrieb oder das Wachstum seines Unternehmens darstellt.
Diese Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der Europa die schwerste Dürre seit Jahrzehnten erlebt. Die Folgen für den Fracht-, Energie- und Agrarsektor verdeutlichen, dass diese Belastungen längst keine hypothetische Gefahr mehr sind.
„Europa kann es sich nicht leisten, Wasser ausschließlich als Umweltproblem zu betrachten. Es ist mittlerweile eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Gwenaelle Huet, Executive Vice President Industrial Automation bei Schneider Electric. „So wie die Energiewende die Industriestrategie im letzten Jahrzehnt neu geprägt hat, wird die Wassereffizienz das nächste Jahrzehnt prägen. KI-gestützte industrielle Lösungen verschaffen Unternehmen Transparenz darüber, wie Wasser genutzt, verbraucht und wiederverwendet wird. Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, das Problem zu verstehen, sondern so schnell zu handeln, wie es nötig ist, um die industrielle Zukunft Europas zu sichern.“
„Es ist leicht, die Dürren dieses Sommers und ihre Auswirkungen auf die Industrie als einmaliges Ereignis abzutun. Doch mittlerweile ist Wasserknappheit zu einer dauerhaften Herausforderung für Unternehmen in Europa geworden“, sagt Sophie Borgne, Water & Environment Segment President bei Schneider Electric. „Derzeit ist laut der Europäischen Dürrebeobachtungsstelle rund die Hälfte der EU und des Vereinigten Königreichs von Dürre in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Durch die Wiederverwendung von Wasser ließe sich unsere Abhängigkeit von bereits stark beanspruchten Flüssen und Stauseen verringern. Doch derzeit werden EU-weit nur 2,4 % des geklärten kommunalen Abwassers wiederverwendet. Die Unternehmen, die in intelligente Wassertechnologie investieren, machen Wassereffizienz zu einem Wettbewerbsvorteil.“
Bekanntheit und Umsetzung
Intelligente Wassertechnologie gilt weithin als Lösung für das Wassermanagement, doch die Umsetzung hält nicht mit dem Bewusstseinswandel Schritt. Diese Kluft ist nicht auf Skepsis zurückzuführen. Das Vertrauen in diese Technologien ist nahezu allumfassend: 86 % der Führungskräfte aus der Industrie und 98 % der Wasserversorger geben an, dass intelligente Wassertechnologien die Betriebskosten senken können. Über 80 % sind der Meinung, dass sie die Geschäftskontinuität sichern und die Nachhaltigkeitsbilanz verbessern.
Dennoch besteht eine deutliche Lücke zwischen dem Wissen um verfügbare Technologien und deren tatsächlicher Einführung: 58 % der Befragten kennen digitale Zwillinge oder Werkzeuge zur Netzwerkmodellierung, haben diese jedoch noch nicht implementiert, während 57 % der Wasserversorger angeben, entsprechende Lösungen für Predictive Analytics oder KI-gestütztes Wassermanagement bislang nicht einzusetzen.
Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass viele Industrieunternehmen bereits handeln. Nahezu alle befragten Organisationen (100 % der Wasserversorger und 98 % der führenden Industrieunternehmen) geben an, dass die Verfügbarkeit oder Qualität von Wasser bereits wichtige Entscheidungen beeinflusst hat, von erhöhten Investitionen in die Wassereffizienz (47 %) bis hin zu formellen Überprüfungen der Wasserrisiken auf Vorstandsebene (43 %). Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte aus der Industrie hat automatisierte Steuerungssysteme (56 %) und intelligente Zähler (55 %) installiert; bei den Wasserversorgungsunternehmen liegt der Anteil der intelligenten Zähler sogar noch höher, nämlich bei 76 %.
Auch das Thema Cybersicherheit gewinnt zunehmend an Bedeutung: Über die Hälfte der Befragten zählt es zu den größten zu bewältigen Risiken, da die Wasserversorgungssysteme immer stärker vernetzt und digitalisiert werden.
Gleichzeitig bleibt noch erhebliches Potenzial ungenutzt: Viele Führungskräfte kennen zwar Technologien zur Optimierung ihrer Betriebsabläufe, haben diese bislang jedoch nicht eingeführt. Das Potenzial dieser Technologien wird vielerorts noch nicht ausgeschöpft. Die Ergebnisse machen deutlich: Wasserrisiken müssen künftig ebenso konsequent gemanagt werden wie Energie- oder Cybersicherheitsrisiken. Dies gilt insbesondere für Branchen, die bereits heute von Wasserknappheit betroffen sind.
„Seit fast zwei Jahrzehnten wird das Thema Wasser in der Klimadebatte vernachlässigt und erhält nur einen Bruchteil der Investitionen, die in die Bereiche Energie oder CO₂ fließen“, sagt Tom Freyberg, unabhängiger Wasser- und Umweltexperte. „Da sich Europa mehr als doppelt so schnell erwärmt wie der Rest der Welt, nimmt der Druck auf die Wasserversorgung zu. Der Bericht ‚The Water Crunch‘ bestätigt, dass sich die Denkweise wandelt: 47 % der Branchenführer haben ihre Investitionen in Wassereffizienz bereits erhöht, und 43 % haben das Wasserrisiko auf Vorstandsebene thematisiert. Die Sicherung der Wasserversorgung wird endlich als geschäftliche Priorität behandelt und nicht mehr nur als Nebensache.“
Zukunftsorientierte Versorgungsunternehmen nutzen bestehende Technologien, um die Auswirkungen auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten. Um die Versorgungssicherheit seines Wassernetzes zu gewährleisten, setzt der dänische Versorger Aarhus Vand auf einen digitalen Zwilling zur Prognose und Simulation von Netzereignissen. Der EcoStruxure™ Water Advisor – Water Simulation von Schneider Electric wurde eingesetzt, um dem Versorgungsunternehmen dabei zu helfen, sein Wasserversorgungsnetz aus der Ferne zu überwachen und so potenzielle Leckagen und Schwankungen in der Versorgung einfach und präzise zu erkennen. Anhand von Daten aus Messpunkten im Netz prognostiziert „Water Simulation“ die Auswirkungen geplanter und ungeplanter Ereignisse, sodass Aarhus Vand die besten Maßnahmen ergreifen kann, um schnell reagieren zu können, Verschwendung zu minimieren und seinen Kunden eine zuverlässige Versorgung mit hochwertigem Wasser zu gewährleisten. Die gesteigerte Effizienz senkt sowohl den Energieverbrauch als auch die Betriebskosten.
Hinweise für Redaktionen:
Schneider Electric unterstützt Städte und Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Wasserinfrastruktur und hilft dabei, Wasserrisiken frühzeitig zu erkennen und gezielt zu managen. Von der Leckage-Erkennung in Echtzeit bis hin zu digitalen Zwillingen zur Simulation und Optimierung von Wassernetzen: die intelligenten Wasserlösungen von Schneider Electric reduzieren Verluste, erhöhen die Versorgungssicherheit und verbessern die betriebliche Effizienz. Weitere Informationen zu den Lösungen von Schneider Electric für die Wasser- und Abwasserwirtschaft finden Sie hier.
Umfragemethodik
Die Studie wurde von Schneider Electric in Auftrag gegeben und von Censuswide durchgeführt. Die Konzeption der Befragung erfolgte gemeinsam mit dem unabhängigen Wasserexperten und Branchenanalysten Tom Freyberg, Gründer von Atlantean Media.
Die Untersuchung analysiert, wie Industrieunternehmen und Akteure der Wasserwirtschaft in Großbritannien und Europa die Auswirkungen von Wasserknappheit bewerten, welche strategischen Prioritäten sie im Bereich Wasserinfrastruktur setzen und inwieweit erkannte Wasserrisiken bereits durch konkrete Maßnahmen adressiert werden.
Die Befragung wurde im Juni 2026 in Großbritannien, Irland, Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland sowie in den nordischen Ländern Schweden und Dänemark durchgeführt. Insgesamt nahmen 340 Entscheidungsträger aus zwei Zielgruppen teil.
- 210 Führungskräfte aus der Industrie (auf Direktorenebene oder höher) aus Großunternehmen (mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden) aus Bereichen wie Energie und Chemie, Fertigung, Biowissenschaften und Pharmazie, Industriemaschinen und -ausrüstung, Halbleiter und Elektronik, Bauwesen sowie Lebensmittel und Getränke.
- 130 Entscheidungsträger aus dem Bereich der Wasserversorgung, darunter Vertreter von Versorgungsunternehmen, Kommunen und öffentlichen Trägern der Wasserinfrastruktur.
Weitere Quellen:
- Industrielle Wasseraufbereitungssysteme mit geschlossenem Kreislauf können bis zu 90 % des Prozesswassers zurückgewinnen: Envisioning/Stratum-Forschung zu geschlossenen Wasserkreisläufen.
- Derzeit werden EU-weit nur 2,4 % des behandelten Abwassers wiederverwendet: Interreg Europe/Europas Süßwasserportal.
- Seit den 1980er Jahren hat sich Europa mehr als doppelt so schnell erwärmt wie der Rest der Welt, und die Landtemperaturen in Europa liegen mittlerweile etwa 2,3–2,5 °C über dem vorindustriellen Niveau, während der globale Anstieg bei etwa 1,3–1,4 °C liegt: Copernicus-Klimadienst
Schneider Electric ist ein global führendes Unternehmen im Bereich Energietechnologie. Durch die Verbindung von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung treibt das Unternehmen Effizienz und Nachhaltigkeit in Industrie, Unternehmen und Gebäuden voran. Die Technologien ermöglichen es, Rechenzentren, Fabriken und Infrastrukturen als offene, vernetzte Ökosysteme zu betreiben. Dadurch verbessern sich Leistungsfähigkeit, Ausfallsicherheit und Nachhaltigkeit. Das Portfolio umfasst intelligente Produkte, softwaredefinierte Architekturen, KI-gestützte Systeme, digitale Services sowie umfassende Beratungsleistungen. Mit weltweit über 160.000 Menschen im Team und rund einer Million Partnern in mehr als 100 Ländern wurde Schneider Electric mehrfach als nachhaltigstes Unternehmen der Welt ausgezeichnet.
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