Dramatischer Anstieg der Gewalt gegen Hilfskräfte
Der gemeinsame Appell erfolgt vor dem Hintergrund alarmierender Zahlen: Laut dem Aid Worker Security Report 2026 wurden allein im Jahr 2025 weltweit mindestens 1.187 humanitäre Helferinnen und Helfer Opfer schwerer Sicherheitsvorfälle – 350 von ihnen wurden getötet. Dies entspricht der zweithöchsten jemals verzeichneten Zahl an Opfern. Besonders gefährdet sind lokale und nationale Kräfte vor Ort, die 96 Prozent aller Betroffenen ausmachen. Zwei Jahre nach der UN-Sicherheitsratsresolution 2730 fordert das Bündnis, die damals gegebenen Versprechen endlich in konkrete Taten umzusetzen.
Die Kernforderungen an die EU und ihre Mitgliedstaaten
Da der Schutz von Helferinnen und Helfern die Voraussetzung für lebensrettende Hilfe und die Arbeit vor Ort ist, stellen die 68 Organisationen in ihrer gemeinsamen Erklärung mehrere konkrete Forderungen:
- Die konsequente Durchsetzung des humanitären Völkerrechts: Verstöße gegen das Völkerrecht sowie Angriffe auf Hilfskräfte müssten öffentlich verurteilt und die Verantwortlichen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
- Den Schutz der humanitären Prinzipien: Das Handeln von Hilfsorganisationen müsse strikt an den Prinzipien der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit ausgerichtet bleiben und vor politischer Instrumentalisierung geschützt werden.
- Den Einsatz gegen Falschinformationen: Gezielte Desinformationskampagnen beispielsweise auch in den sozialen Medien, die die Legitimität von Hilfskräften untergraben und sie physischen sowie rechtlichen Gefahren aussetzen, müssten entschlossen bekämpft werden.
- Die gerechte Finanzierung und umfassende Fürsorgepflicht „Duty of Care“: Sicherheitskosten und psychosoziale Unterstützung müssten angemessen finanziert werden. Diese Fürsorgepflicht müsse gleichermaßen für internationale, nationale sowie lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelten.
„Der Preis des Nichtstuns wird in Menschenleben gemessen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen jetzt handeln, um diejenigen zu schützen, die täglich Millionen Menschen schützen“, betont Christian Molke, Vorsitzender des Vorstandes von ADRA Deutschland e.V.
ADRA Deutschland e. V.
Die Hilfsorganisation ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat 61 Angestellte und steht der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 119 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: https://adra.de.
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
Auf der Marienhöhe 61
64297 Darmstadt
Telefon: +49 4131 9835-533
http://www.apd.info
Chefredakteur
Telefon: +49 (4131) 9835-521
E-Mail: lobitz@apd.info
![]()
