Sommer 2018: Normaler Anstieg der Arbeitslosigkeit und tausende freie Stellen

Von Juni auf Juli ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen leicht angestiegen. Bei einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent waren in Sachsen insgesamt 125.000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Seit Beginn der aktuellen statistischen Aufzeichnungen ist das der niedrigste Wert in einem Juli. Im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres waren 12.900 Frauen und Männer weniger ohne Arbeit. Damals lag die Arbeitslosenquote noch bei 6,5 Prozent. Das Ausbildungs- und Schulende, das Auslaufen von Befristungen zu Ende Juni und die Sommerpause in vielen Betrieben haben zum leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Diese saisonale Entwicklung ist normal und meist nur von kurzer Dauer. Gleichzeitig klettert die Zahl freier Jobs auf einen neuen Rekordwert.

„Während der Sommerferien steigt die Arbeitslosigkeit für gewöhnlich an, so auch in diesem Jahr. Viele junge Menschen haben in den letzten Wochen ihre Ausbildung beendet und etwa jeder Vierte wurde nicht übernommen. Außerdem stellen die Unternehmen häufig erst nach der Urlaubszeit neues Personal ein. Die Jungfacharbeiter werden deshalb nur kurz arbeitslos sein. Die Rahmenbedingungen stehen dafür in Sachsen gut, denn die Zahl der freien Stellen ist auch im Juli weiter angestiegen und erreicht einen neuen Rekordwert. Das liegt an der hohen Fachkräftenachfrage. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden sich die Personalbedarfe weiter verschärfen. Es ist absehbar, dass die Lücken nicht allein durch die Rückgewinnung von Auspendlern und ehemals in andere Bundesländer abgewanderte Sachsen geschlossen werden können. Alle Menschen, die in Sachsen eine Arbeit suchen, sollten künftig noch mehr berücksichtigt werden. Jeder Mensch hat Kompetenzen und jeder sollte mindestens zwei Chancen bekommen. Wir helfen, indem wir beraten und fördern – insbesondere mit Qualifizierung und Lohnzuschüssen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Juli: 125.046
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (122.990): +2.056 oder +1,7 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (137.927): -12.881 oder -9,3 Prozent
Arbeitslosenquote im Juli: 5,9 Prozent


Arbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer ist im Juli vorübergehend leicht angestiegen. Insgesamt waren in Sachsen 125.046 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 2.056 Menschen (plus 1,7 Prozent) mehr, aber zum Vorjahresmonat 12.881 weniger arbeitslos gemeldet (minus 9,3 Prozent).

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit liegt insbesondere in den vorübergehenden Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen nach ihrer beendeten Berufsausbildung begründet. Daher ist die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahre deutlich angestiegen.

Die Arbeitslosenquote belief sich im Juli auf 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,6 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosenquote bei 1,8 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei 4,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger lag bei 20,1 Prozent.

Beschäftigung

Im Mai 2018 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen reichlich 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 28.000 Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,8 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Verarbeitenden Gewerbe (plus 5.400) und im Sozialwesen (plus 4.000). In den Bereichen Information und Kommunikation (plus 3.000), Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kraftfahrzeugen (plus 2.500), Erziehung und Unterricht (plus 2.500), Verkehr und Lagerei (2.400) sowie im Bereich Immobilien, freiberufliche/wissenschaftliche/technische Dienstleistungen (plus 2.400) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli 2018 haben sächsische Betriebe insgesamt 9.864 freie Stellen gemeldet. Das waren 270 Stellen weniger als im Juni 2018 und 397 weniger als im Juni 2017.

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 40.553 freie Stellen gemeldet, 300 mehr als im Juni und 3.421 mehr als vor einem Jahr.

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (12.259) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (5.662), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.456), dem Bereich Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.392), dem Baugewerbe (3.063), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (2.285), dem Gastgewerbe (1.886) und dem Bereich Verkehr und Lagerei (1.584).

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 81.400 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.

Unterbeschäftigung

Im Juli 2018 haben rund 46.900 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Vermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung. Viele wurden mit Weiterbildungen (9.100) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (5.900) und an Aktivierungsmaßnahmen (5.500) teilgenommen oder wurden durch andere Institutionen unterstützt (10.700). Wegen kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit waren rund 4.000 Frauen und Männer für die Arbeitsvermittlung nicht verfügbar und zählten daher nicht als arbeitslos.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im Juli 2018 auf insgesamt 171.987 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juli 2017 um 17.562 oder 9,3 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 72,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Juli bei 7,9 Prozent.

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