Schornsteinfeger müssen auch im Hochsommer ran

Es sind Ferien, es ist heiß und viele Menschen suchen die nasse Abkühlung in Freibädern oder andersweitig Schutz vor den hohen Temperaturen.
Nicht so der Schornsteinfegermeister Zebisch aus Lohr am Main. „Es gibt auch im Hochsommer genug zu tun“, erklärt der im Lohrer Stadtteil Pflochsbach wohnhafte Kaminkehrer. Auch an heißen Sommertagen sind Zebisch und seine Angestellten in ihrer traditionsreichen schwarzen Innungskluft im Einsatz.

Arbeiten vorzugsweise im Keller

Der Glücksbringer versucht seine Tätigkeiten an extrem heißen Tagen ins Innere zu verlegen, am liebsten in die Keller seiner Kunden. So werden aktuell zusammen mit seinem Gesellen und seinem Lehrling Kamin- und Kachelöfen sowie Ölheizungen gereinigt, damit diese effizient und energiesparend für die nächste Heizperiode funktionieren. „Die jährliche Kesselreinigung verringert den jährlichen Brennstoffverbrauch um bis zu 35 % und schont damit den Geldbeutel. Außerdem schützt man damit die Umwelt, gewährleistet die notwendige Betriebssicherheit und erhöht durch das störungsfreie Heizen die Lebensdauer der Feuerstätte“, erklärt Zebisch.


Körperliche Fitness erforderlich

Mit den Kehrmonaten, also der Reinigung der Schornsteine, wollen die drei Glücksbringer aus Lohr zum Ende jeder Heizperiode fertig sein. Trotzdem müssen die Schornsteinfeger neben Ihren Arbeiten im Haus und in den Kellern, auch in den Sommermonaten auf die Dächer Lohrs. Zebisch kommt so auf täglich über 2000 Stufen, die er bewältigen muss, was einer Höhe eines 100 Stockwerke Hochhauses entspricht. Er treibt in seiner Freizeit Triathlon. Die dadurch antrainierte Fitness erleichtert ihm das Auf und Ab auch bei der größten Hitze. „Bei all der Hitze und dem tropfenden Schweiß in den letzten Jahren, hätte ich für mich keinen schöneren Beruf finden können“, schwärmt Zebisch.

Eine weitere Aufgabe des Schornsteinfegers ist die Abnahme von neuen oder geänderten Heizungsanlagen sowie der Einbau von Kaminöfen für den kommenden Winter. Gerade diese Tätigkeiten sind im Sommer verstärkt durchzuführen. Daneben kontrollieren und dokumentieren Zebisch und seine Angestellten die Messwerte der Heizanlagen. Viele Hausbesitzer haben aus Platzgründen ihre Heizzentrale unter ihrem Spitzdach. Dort ist es im Sommer von Grund auf schon heiß. Zusätzlich muss dann, um die Messwerte zu ermitteln, die Anlage auch im Hochsommer auf 100 Prozent hochgefahren werden. „Wenn das Brauchwasser seine Temperatur erreicht hat ist es keine Seltenheit, dass die Eigentümer nach dem Öffnen der Heizkörper schnell das Weite suchen, bis ich mit der schweißtreibenden Arbeit fertig bin“, lacht Zebisch.

Umrüstung auf Holz

„Aktuell werden Schornsteine selten gefegt“, erklärt Zebisch, da die Hochsaison der Branche der Winter sei und „viele Anlagen in Betrieb sein müssen, wollen wir sie überprüfen.“
Seine Kunden möchten auch etwas unabhängiger von Öl und Gas werden und rüsten auf den nachwachsenden Rohstoff Holz um. Dies geschieht durch Einbau eines Kaminofens oder gar eine Umstellung auf eine Pelletheizung. Das stimmt Zebisch natürlich positiv für die Zukunft: „Das bedeutet mehr Arbeit und das freut uns.“

Dass es aber im Sommer 2018 so extrem wird mit der Hitze, darauf hätten Zebisch und seine zwei Kollegen gerne verzichten können. Auf den Dächern finden sich schon mal Temperaturen von bis zu 60 Grad Celsius und darüber. Dann muss man Vorsicht walten lassen und sollte mit nichts in Kontakt kommen, was dunkel ist. „Bleche, Haltegriffe von Fenstern, Dachlugen, Eisenleitern und Steigbügel können bis auf 100 Grad aufgewärmt werden und erfordern extra dicke Handschuhe“, so Zebisch.

Schützende – aber warme Arbeitskleidung

Viele denken, dass die schwarze, luftundurchlässige und sehr warme Dienstkleidung vor Verbrennungen schützt. Tatsächlich ist die Schornsteinfeger Kluft vor allem deswegen dick und schwarz, weil jede andere Farbe nach einem Arbeitstag nicht mehr zu erkennen wäre und das dichte Material die Haut der Kaminkehrer vor Ruß schützt.

Sollte es dann doch einmal zu heiß sein, so dass das Hochkrämpeln der langen schwarzen Hosen auch nichts mehr nutzt, dann lädt Zebisch seine Kollegen auch mal gerne auf eine Kugel Eis oder sogar ins Freibad ein. Vergangenen Freitagnachmittag gab er seinen Angestellten hitzefrei und genoss mit ihnen die nasse Abkühlung im Lohrer Main-Spessart Bad. Ganz nach dem Motto: Nur ein glücklicher Schornsteinfeger ist ein guter Schornsteinfeger.

Über Schornsteinfeger Zebisch Meisterbetrieb

Christian Zebisch war bis 2014 angestellter Schornsteinfeger führt seit 2015 seinen eigenen Schornsteinfegermeisterbetrieb. Er ist stellv. Schulungsstellenleiter der Schulungsstelle Lohr der Kaminkehrer-Innung Unterfranken, geprüfter Berater für Asbestsachkunde, Energieberater (HWK) und Betriebswirt des Handwerks.
Reinigung von Lüftungs ­ und Dunstabzugsanlagen, Beratung bei der Neuerrichtung von Feuerungs­anlagen gehören zu seinen Kerngeschäften.

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Schornsteinfeger Zebisch Meisterbetrieb
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