Große Aufgabe für einen kleinen Verein

Bei diesem Termin haben alle sichtlich ihren Spaß. Die Vereinsvertreter vom SV Hattendorf, weil der Landrat kommt und einen Scheck über 8600 Euro im Gepäck hat. Manfred Görig selbst, weil er wieder einmal sieht, wie gut Dorfgemeinschaften funktionieren – gerade  in den kleinen Örtchen im Vogelsberg. Mehrfach betont er, dass er gerne gekommen ist, dass er gerne hier in Hattendorf ist, „weil die Dorfgemeinschaft etwas selber macht, weil alle mit anpacken“. Bei was? Bei ganz vielen Dingen, aktuell geht es um die Erweiterung des Sportlerheims. Und für dieses Projekt gibt es die Mittel aus der Sportförderung.

Doch der Reihe nach: Im Dorfgemeinschaftshaus-Komplex neben dem Sportplatz hat der SV Hattendorf schon seit Jahren sein Sportlerheim – natürlich gebaut mit viel Eigenleistung. Schick und gemütlich ist es in dem Raum, nur leider etwas eng. Deshalb will der Verein jetzt anbauen. 32 Quadratmeter Nutzfläche werden hinzukommen. Die Baukosten sind mit rund 75.000 Euro veranschlagt.  10.000 Euro hat der Verein zudem gerade in die Modernisierung der Flutlichtanlage gesteckt. Auf exakt 86.427 Euro belaufen sich die sogenannten „zuwendungsfähigen Kosten“. Der Kreiszuschuss liegt bei genau zehn Prozent, also 8642 Euro aus der Sportförderung. Aus dem Ministerium (Sportland Hessen) fließen 28.000 Euro, 17.285 gibt die Stadt Alsfeld und 5500 Euro der Landessportbund. „20.000 Euro müssen wir an Eigenmitteln aufbringen“, sagt Vorstandsmitglied Berthold Rinner, die Eigenleistung ist mit 7000 Euro eingerechnet.

Eine „große Aufgabe für einen so kleinen Verein“, betont der Landrat, schließlich hat der SV gerade einmal 89 Mitglieder. Aber er weiß auch: „Ihr macht richtig viel hier im Ort.“ Das können die Vereinsvertreter nur bestätigen. „Bei uns ist noch viel los im Dorf. Man darf aber auch nicht auf der Stelle treten. Und wir als kleiner Verein müssen ein Signal setzen. Wir müssen zeigen: Es geht nach vorne“, betonen Berthold Rinner und der zweite Vorsitzende Daniel Klein unisono. „Ansonsten geht doch die Motivation hier im Ort verloren.“


Das kann Manfred Görig nur bestätigen: „Wenn die Vereine aktiv sind, das ist schon enorm wichtig für den Ort.“  Und er betont, dass dieses Engagement der Vereine vor Ort auch gewürdigt werden muss, dass es finanziell unterstützt werden muss. „Wir wollten das Geld aus der Sportförderung nicht mit der Gießkanne verteilen“, sagt der Landrat, „dann käme überall nur ein bisschen an.“ Deshalb wurde die Förderung ganz bewusst auf drei Säulen gestellt: Es gibt Zuschüsse für Investitionsmaßnahmen – wie im Falle von Hattendorf -, es gibt eine Zuwendung, wenn langlebige Sportgeräte angeschafft werden, und es gibt eine Förderung für die Jugendarbeit. Die lag mal bei 3 Euro pro jugendlichem Mitglied, im Moment gibt es 6 Euro und demnächst könnten es 8 Euro pro jugendlichem Mitglied sein, kündigt der Landrat in Hattendorf an.

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