Grippeschutz: Studie des Robert-Koch-Instituts weist auf unzureichende Impfquoten und Impfmotivation bei Klinikpersonal hin

Die jährliche Impfung gegen saisonale Influenza ist die wichtigste Maßnahme zur Prävention einer Grippe-Erkrankung. „Das Gesundheitspersonal ist neben chronisch Erkrankten, älteren Menschen und Schwangeren eine wichtige Zielgruppe für diese Impfung“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen. „Sie dient nicht nur dem individuellen Schutz vor Erkrankung, sondern reduziert auch die Weiterverbreitung des Grippevirus im Krankenhaus.“ Die Landesärztekammer Hessen ruft daher jährlich zur Grippeschutzimpfung auf.

Mit der OKaPII-Studie (Online-Befragung von Klinik­personal zur Influenza-Impfung) erhebt das Robert-Koch-Institut jährlich die Influenza-Impfquoten von Klinikpersonal. Ziel der Studie ist es, die Impfquoten bei Klinik­personal in Deutschland repräsentativ und kontinuierlich zu erheben und Gründe für das Impfverhalten besser zu verstehen.

Im Herbst 2017 wurden insgesamt 5.822 Klinikmitarbeiter/innen aus 54 Kliniken befragt. Von diesen waren 40,1 % in der vergangenen Saison gegen Influenza geimpft. Innerhalb der Ärzteschaft waren 61,4 % geimpft, beim Pflegepersonal 32,5 % und bei therapeutischen Berufen 34,2 %. Selbstschutz war der häufigste genannte Grund für eine Impfung. Die Gründe gegen eine Impfung unterschieden sich je nach Berufsgruppe. Während die Ärzteschaft organisatorische Gründe aufführte, waren es beim Pflegepersonal und therapeutischen Berufen mangelndes Vertrauen in Sicherheit und Effektivität der Impfung.


„Für die saisonale Grippeschutzimpfung ist jetzt die richtige Zeit“, betont der hessische Ärztekammerpräsident. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird empfohlen, sich in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Auch zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nachzuholen, da nicht vorherzusagen ist, wie lange eine Influenzawelle andauern wird. Nach der Impfung dauert es etwa 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.

„Das medizinische Personal hat eine Vorbild- und Katalysatorfunktion“, ergänzt Pinkowski. „Daher ist es besonders wichtig, dass diese Berufsgruppen mit gutem Beispiel voran gehen und sich impfen lassen.“

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