Neu: Die Corona Liste bedrohter Kultureinrichtungen

Die 1. Corona Liste bedrohter Kultureinrichtungen ist soeben neu in Politik & Kultur 9/2020 erschienen. Aus aktuellem Anlass stellt sie eine Weiterentwicklung der bekannten Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen dar, die bis zur Ausgabe 2/2018 über sechs Jahre in jeder Ausgabe von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, erschien ist.

Auf die 1. Corona Liste (01. September 2020) bedrohter Kultureinrichtungen wurden vier Institutionen aus den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden-Württemberg aufgenommen: Kammeroper Köln, Musikclub Gretchen, Theater Lindenhof und MACHmit! Museum für Kinder.

Politik & Kultur stellt dazu die Arbeit der Einrichtungen vor und teilt sie, in Absprache mit den Institutionen, in Gefährdungskategorien von 0 bis 4. Kategorie ein (4 =  Gefährdung aufgehoben/ungefährdet; Kategorie 3 = Vorwarnliste; Kategorie 2 = gefährdet;  Kategorie 1 von Schließung bedroht; Kategorie 0 geschlossen).


In die  1. Corona Liste (01.09.2020) wurden aufgenommen:

Kategorie 1: Die Kammeroper Köln bietet Musiktheater in all seinen Formen. Doch ist zurzeit ungewiss, ob das Musiktheater zukünftig noch seine Gäste begeistern kann. Etliche Veranstaltungen mussten aufgrund der Coronakrise abgesagt werden. Der Saalplan ist an die derzeit gültigen Corona-Vorschriften angepasst und auf 100 Sitzplätze reduziert, anstelle der regulären 348 Plätze. Das bedeutet hohe Einnahmeeinbußen. Geld zur Unterstützung floss bisher keines… Mehr dazu hier.

Kategorie 1: Seit dem 13. März muss auch das Gretchen in Berlin-Kreuzberg aufgrund der Corona-Pandemie sein Programm bis auf Weiteres aussetzen. Dadurch erzielen die Betreiber keinerlei Einnahmen, um anfallende Fixkosten wie Miete, Strom und Versicherungen bezahlen zu können. Zwar hat der Club über Hilfsprogramme des Berliner Senats 15.000 Euro sowie über Spenden ca. 30.000 Euro erhalten, doch ohne weitere Unterstützung ist die Zukunft ungewiss… Mehr dazu hier.

Kategorie 3: Einen Weg durch die Coronakrise zu finden versucht auch das Theater Lindenhof, Melchingen. Durch die Pandemie und die damit verbundene Pause im Spielbetrieb und des Tourneegeschäfts sind dem Privattheater über 60 Prozent des Gesamtetats weggebrochen. Durch Unterstützung, unter anderem von der Stadt Tübingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie durch den Erwerb von Solidaritäts-Abos und durch Spenden des Theaterpublikums, konnte das Theater die größten finanziellen Engpässe während der Coronakrise überwinden. Doch die längerfristige Perspektive des Theaters ist und bleibt auf ökonomischer Ebene unsicher… Mehr dazu hier.

Kategorie 1: Das MACHmit! Museum in Berlin entwickelt seit 28 Jahren interaktive Ausstellungen von, für und mit Kindern. Seit dem 14. März musste das Museum coronabedingt seinen Betrieb einstellen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, die finanzielle Lage ist prekär. Dank des Corona-Soforthilfepaketes IV, Projektfördermittel und Spenden konnten die ersten Monate zwar überbrückt werden, doch die monatlichen Kosten, die bei voller Besetzung anfallen, sind ohne weitere Unterstützungen zukünftig kaum zu tragen… Mehr dazu hier.

Mit der Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen, einer Analogie zu den bekannten „Roten Listen“ bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien, wurden sechs Jahre lang gefährdete Kulturinstitutionen, -vereine und –programme in Politik & Kultur vorgestellt. Ziel der Roten Liste war es stets, auf den Wert einzelner Kultureinrichtungen und Initiativen hinzuweisen. Zuletzt hatte sich die Situation der Kultureinrichtungen zum Positiven gewandelt – die gesamtdeutsche Kulturlandschaft blühte, daher wurde die Rote Liste 2018 eingestellt. Ein großer Erfolg für die Kultur!

Doch dann kam im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie. Heute sind wieder zahlreiche Kulturinstitutionen, -vereine und -programme bedroht. Daher führt Politik & Kultur, die Zeitung des Deutschen Kulturrates, die Corona Liste in Analogie zur Roten Liste wieder ein. In der nächsten Monaten stellen wir in jeder Ausgabe (10 x im Jahr) von Politik & Kultur durch die Corona-Pandemie bedrohte Kultureinrichtungen vor.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Herausgeber von Politik & Kultur, Olaf Zimmermann, sagte: "Die Corona-Pandemie hat den Kulturbereich tief getroffen. Immer mehr Kultureinrichtungen, Kulturunternehmen und Kulturinitiativen kommen in existentielle Not. Mit der Corona-Liste wollen wir auf ihre Situation aufmerksam machen und an die Verantwortlichen in der Politik und an das Kulturpublikum appellieren, zu helfen. Wir brauchen die Kulturorte, damit auch in der Zukunft Kunst in all seinen Ausprägungen stattfinden kann. Deutschland ist ein vielfältiges Kulturland, wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Corona daran nichts ändert.“

  • Die vollständige 1. Corona Liste bedrohter Kultureinrichtungen finden Sie hier.
  • Hinweise zu weiteren durch Corona bedrohten Kultureinrichtungen und Initiativen nehmen wir unter puk@kulturrat.de gerne entgegen.
  • Politik & Kultur ist die Zeitung des Deutschen Kulturrates. Sie wird herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.
  • Sie erscheint zehnmal jährlich und ist erhältlich in Bahnhofsbuchhandlungen, an großen Kiosken, auf Flughäfen und im Abonnement.
  • Die September 2020-Ausgabe von Politik & Kultur steht hier zusätzlich als kostenfreies E-Paper (pdf-Datei) zum Herunterladen bereit.
Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin
Telefon: +49 (174) 9373496
Telefax: +49 (30) 2260528-11
http://www.kulturrat.de

Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel