„Ampel-Koalitionäre müssen Tabuthema CO2-Speicherung angehen“

­ Dr. Christine Merk, stellvertretende Leiterin der klimaökonomischen Forschung am IfW Kiel, kommentiert die bisher bekannt gewordenen Pläne der Ampel-Koalitionäre zum Klimaschutz: 

„Deutschland wird die Klimaziele nur erreichen können, wenn die Koalitionäre auch das bisherige Tabuthema der politischen Klimadebatte angehen – der Speicherung von CO2 im Untergrund. Denn wenn Deutschland CO2-neutral und später gänzlich treibhausgasneutral werden will, sind solche technischen Eingriffe unverzichtbar. Dazu zählt die Abscheidung und Speicherung von CO2, bevor das Gas ausgestoßen wird, damit es nicht in die Atmosphäre entweicht. Und auch die nachträgliche Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. 

Damit soll nicht das notwendige Einsparen von CO2-Emissionen umgangen werden. Aber es ist an einigen Stellen nur mit erheblichen Kosten möglich, CO2 oder andere Treibhausgase zu vermeiden – etwa in der Produktion von Zement. Effizienter ist es hier, das CO2 abzuscheiden und zu speichern beziehungsweise nachträglich aus der Atmosphäre zu entnehmen. Das gilt insbesondere, um Nicht-CO2-Emissionen, wie sie beispielsweise in der Landwirtschaft anfallen, auszugleichen.

Die deutsche Politik aber scheut die Diskussion um die Notwendigkeit dieser technischen Maßnahmen und widmet sich lieber sanfter klingenden, aber in Summe unzureichenden Prozessen wie der Aufforstung oder dem Wiedervernässen von Mooren. In den Wahlprogrammen der meisten Parteien – gerade jener, die es mit der Klimapolitik besonders ernst meinen – findet sich das Thema CO2-Entnahme und Speicherung kaum. Entsprechend werden auch keine Pläne diskutiert, auf deutschem Territorium CO2 zu speichern, es ist sogar weitgehend verboten.

Stattdessen zielen die bisherigen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums darauf ab, CO2 aus Deutschland unter Norwegens Nordsee zu speichern. Denn in dem Land wird die Speicherung von CO2 gar als neuer Industriezweig gesehen. Das norwegische Großprojekt Northern Lights will auch tatsächlich CO2 aus Schweden und Deutschland importieren, allerdings vorerst im begrenzten Maß. 

Die Diskussion um die Entnahme und die Speicherung von CO2 sowie deren europäische und internationale Dimension müssen Bestandteil der Koalitionsverhandlungen sein, will Deutschland die Pariser Klimaziele ernst nehmen.“

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