China: Keine Olympiade ohne Pressefreiheit, PEN kritisiert IOC-Chef Thomas Bach

Das deutsche PEN-Zentrum kritisiert das Internationale Olympische Komitee und seinen Präsidenten Thomas Bach für ihre kritiklose Haltung gegenüber der chinesischen Regierung.

Im Vorfeld der am 4. Februar 2022 in Peking beginnenden Olympischen Winterspiele sind wir fassungslos angesichts zahlreicher Berichte, dass ausländische Journalistinnen und Reporter von chinesischen Offiziellen beschimpft und bedroht werden. Die journalistische Berichterstattung wird unter dem Deckmantel einer strikten Null-Covid-Politik durch Einreise- und Zutrittsverbote erheblich eingeschränkt, ohne dass das Internationale Olympische Komitee dies verurteilen würde.

Dass die gebotene Kritik an Menschenrechtsverletzungen dem Kommerz geopfert wird, ist so wenig hinnehmbar wie die ständigen massiven Eingriffe des chinesischen Staates in die Meinungsfreiheit. Wo die Freiheit des Wortes bedroht ist, gibt es auch kein sportliches Fair-Play. Wie kann es sein, dass die Olympischen Winterspiele in einem Land stattfinden, in dem zahllose Todesurteile vollstreckt, Autorinnen und Blogger im Gefängnis sterben, ethnische Minderheiten wie die Uiguren oder Tibetaner brutal unterdrückt werden und mit Peng Shuai eine weltbekannte Tennisspielerin zunächst verschwindet und dann unter mysteriösen Umständen wieder auftaucht? Das duldsame bis affirmative Schweigen des IOC-Präsidenten Thomas Bach zu diesen Vorfällen ist zutiefst beschämend. Wer Sport uneingeschränkt als unpolitische Form der Völkerverständigung propagiert, offenbart seine grenzenlose politische Naivität und ordnet sich rückgratlos einem totalitären System unter.

Bach verhöhnt mit seinem Verhalten auch alle Opfer der staatlichen Repressionspolitik wie die inhaftierte Anthropologin Rahile Dawut oder die vom Tod bedrohte Bloggerin Zhang Zhan, deren einziges Verbrechen es war, über den Ausbruch des Coronavirus in Wuhan zu berichten. Das deutsche PEN-Zentrum fordert nicht nur die sofortige Freilassung von Rahile Dawut und Zhang Zhan, sondern appelliert auch an alle olympischen Sponsoren – zu denen unter anderem die Allianz Group als Versicherungsdienstleister gehört – ihr finanzielles Engagement bei den Olympischen Winterspielen in Peking unverzüglich zu beenden.

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