Sarah Reisman und Christian Hertweck erhalten Inhoffen-Medaillen

Die Natur ist eine wichtige Quelle für medizinisch genutzte Wirkstoffe. Diese Wirkstoffe zu isolieren, ihre Struktur aufzuklären, sie im Labor zu synthetisieren und neue Varianten herzustellen, ist das Ziel der Naturstoffchemie. Für Forschungsleistungen in diesem Fachgebiet zeichnet der Förderverein des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) zwei Wissenschaftler:innen mit der Inhoffen-Medaille aus: Prof. Sarah Reisman, California Institute of Technology, und Prof. Christian Hertweck, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) Jena, erhalten den Preis für die Jahre 2022 bzw. 2020. Die Verleihung fand am 9. Juni 2022 in der Aula des Hauses der Wissenschaft in Braunschweig statt.

Die Inhoffen-Medaille 2022 wurde an Prof. Sarah Reisman verliehen. „Für ihre Arbeit wählt Sarah Reisman stets strukturell hoch komplexe Zielmoleküle von großer biologischer Relevanz, wie zum Beispiel diverse Antibiotika. Sie versteht es meisterhaft, diese Verbindungen auf viel einfachere Bausteine zurückzuführen. Gelegentlich sind die für den Zusammenbau der Bausteine erforderlichen chemischen Reaktionen gar nicht bekannt; in solchen Fällen entwickelt sie die dafür nötigen Methoden parallel in ihrem Labor.“, sagt Laudator Prof. Alois Fürstner, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr und Preisträger der Inhoffen-Medaille 2014, über die ausgezeichnete Forscherin.

Sarah Reisman studierte Chemie am Connecticut College, USA, und wurde 2006 an der Yale University promoviert. Anschließend forschte sie als Stipendiatin der amerikanischen National Institutes of Health (NIH) an der Harvard University. Seit 2008 leitet sie eine Forschungsgruppe am California Institute of Technology und arbeitet an innovativen Synthesen von Molekülen mit medizinischen Anwendungen.

Zudem bekam Prof. Christian Hertweck die Inhoffen-Medaille 2020 überreicht. „Prof. Christian Hertweck ist ein herausragender Wissenschaftler, der zu den produktivsten Naturstoffforschern gehört“, sagt Prof. Wilhelm Boland, Direktor emeritus des Max-Planck-Instituts für Chemische Ökologie in Jena und 2005 mit der Inhoffen-Medaille ausgezeichnet, über den Preisträger und hob dessen Leistungen bei der Erforschung von biosynthetischen Programmen in Bakterien und Pilzen sowie der mikrobiellen Kommunikation in verschiedenen Ökosystemen hervor. Die Festveranstaltung für Hertweck war aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie mehrfach verschoben worden.

Christian Hertweck studierte Chemie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er 1999 auch promoviert wurde. Ab 2001 baute er am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) Jena eine Nachwuchsforschungsgruppe auf. Seit 2006 leitet er dort die Abteilung „Biomolekulare Chemie“ und ist seit 2008 auch stellvertretender Direktor des HKI Jena.

Der vom Förderverein des HZI vergebene und mit 8000 Euro dotierte Inhoffen-Preis gilt als die angesehenste deutsche Auszeichnung auf dem Gebiet der Naturstoffchemie. Er wird im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Festveranstaltung des HZI, der Technischen Universität Braunschweig und des Fördervereins des HZI.

Über die Inhoffen-Medaille:
Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Hans Herloff Inhoffen veranstalten die Technische Universität Braunschweig und das HZI (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 jährlich die Inhoffen-Vorlesung, bei welcher der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der Technischen Universität Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das “Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik“ (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Über die Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Das HZI ist Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Weitere Informationen: www.helmholtz-hzi.de

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