Mit Sekundärdaten die Digitalisierung der globalen Gesundheit vorantreiben

Jede Sekunde produzieren unzählige Apps, Webanwendungen und weitere digitale Dienstleistungen riesige Datenmengen, die in der Gesundheitsforschung weltweit viel besser genutzt werden sollten. Im Forschungspapier zum Thema "Secondary data for global health digitalisation", erschienen in der neuen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals Lancet Digital Health, plädieren Prof. Bernhard Renard, Leiter des Fachgebiets Data Analytics and Computational Statistics am Hasso-Plattner-Institut (HPI), sowie fünfzehn weitere renommierte Co-Autor:innen für eine Weiterverwendung dieser Daten zum Zweck der Digitalisierung der globalen Gesundheit – und weisen gleichzeitig auf mögliche Fallstricke und notwendige Regulierungen hin.

Als Sekundärdaten bezeichnet man Informationen, die zunächst zu einem anderen Zweck gesammelt wurden und nun für ein anderes Vorhaben wiederverwendet werden. Das Aufkommen verschiedener Gesundheitsgadgets, Apps und elektronischer Gesundheitsakten führt zu einer bisher beinahe ungenutzten Fülle an Gesundheitsdaten. Prof. Renard und seine Co-Autor:innen sehen in der kombinierten Nutzung von Primär- und Sekundärdaten im Gesundheitsbereich großes Potenzial, etwa aufkommende Krankheitswellen schneller entdecken und Übertragungsmuster besser überwachen und vorhersehen zu können.

"In der Pandemie haben wir gesehen, wie stark wir auf Daten aus verschiedenen Kanälen angewiesen sind, aber das betrifft eben nicht nur die großen Ereignisse, sondern viel mehr die vielen kleinen Signale, die sich idealerweise schon sehr frühzeitig wahrnehmen lassen," so Prof. Renard.

Für die optimale und verantwortungsvolle Nutzung dieser Daten zeigen die Wissenschaftler:innen in ihrem Paper Wege, wie sich in den Sekundärdaten enthaltene mögliche Bias beheben lassen und beschreiben Leitlinien für eine ethische Datenerfassung und -verarbeitung und internationale Regelungen.

Link zum Forschungspapier "Secondary data for global health digitalisation": https://www.thelancet.com/journals/landig/article/PIIS2589-7500(22)00195-9/fulltext

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Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelorstudiengang "IT-Systems Engineering" bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 800 Studierenden genutzt wird. In den fünf Masterstudiengängen "IT-Systems Engineering", "Digital Health", "Data Engineering", "Cybersecurity" und "Software Systems Engineering" können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 300 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 22 Professorinnen und Professoren sowie über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Irvine, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

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