Interview mit Miriam Körner zu „Fuchs und Bär“

 

Wie ist die Idee zum Buch „Fuchs und Bär“ entstanden?

Ich lebe im Norden Kanadas im Wald und pflücke da gerne wie der Bär im Buch Beeren, mein Mann geht jagen und wir hören beide gerne den Vögeln beim Singen zu. Eigentlich gibt uns die Natur alles, was wir zum Leben brauchen. Warum haben wir uns dann so von der Natur entfremdet? Gibt es einen Weg zurück? Das war die Frage, die ich mit dem Buch versucht habe, zu beantworten.

Fuchs hat immer wieder neue Ideen, um das Leben im Wald einfacher und bequemer zu machen. Eigentlich doch toll. Oder warum ist das problematisch?

Problematisch wird es, wenn unsere Bestrebungen unser Leben bequemer zu machen, auf Kosten der Natur gehen. Seien das die Wälder, die gerodet werden oder die Tiere, die ihren Lebensraum verlieren. Fuchs‘ Ideen führen dazu, dass er den Wald, in dem er lebt, letztendlich zerstört. Der Klimawandel zeigt uns heute ja, dass wir mit unserem Verhalten nicht nur die Natur gefährden, sondern auch uns selbst.

Was wollen Sie Kindern mit Ihrem Buch vermitteln?

Es sind die Kinder, die unter dem Schaffen der vergangenen Generationen leiden und einen Weg in die Zukunft finden müssen. Dazu denke ich, ist es wichtig, dass sie verstehen, wie wir im Anthropozän gelandet sind. Ich glaube, wir sind da zumindest am Anfang wie Fuchs und Bär fast unschuldig hineingeschlittert. Ich glaube auch, wenn wir die Macht haben, die Natur so nachhaltig zu verändern, dann haben wir auch die Macht, es wieder rückgängig zu machen.

Die Geschichte endet damit, dass der Bär sich dem ewigen Kreislauf von Arbeit und Naturzerstörung entzieht. Wie geht es mit dem Fuchs weiter?

Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich glaube, wir haben alle ein bisschen Fuchs und Bär in uns – das Streben, das Leben bequemer zu machen, immer mehr zu wollen, zuerst an sich zu denken auf der einen Seite und den Wunsch, mehr im Einklang mit der Natur zu leben, zu wissen, wann genug genug ist, und anderen keinen Schaden zuzufügen auf der anderen Seite. Ich glaube auch, wir sind an einem Punkt angelangt, wo der einzige Weg nach vorne, zurück ist. Kann Fuchs zurück?

Wie sind die Bilder in dem Buch entstanden?

Als ich an dem Buch anfing zu arbeiten, nahm der Holzabbau ganz drastisch zu. Ich fühlte mich mitschuldig, weil ich viel mit Papier mache. Also bin ich zum Recyclingcenter gegangen und habe Altpapier und Pappen gesammelt. Damit habe ich dann dreidimensionale Dioramen kreiert und jede Szene im Buch aufgebaut. Jedes einzelne Blatt an den Bäumen ist ausgeschnitten, gefaltet und angeklebt. Es war mir ganz wichtig, dass mein Verlag das Buch dann auch auf Recyclingpapier druckt. Da bin ich Oetinger sehr dankbar dafür.

In Ihrer Wahlheimat Kanada ist das Buch bereits erschienen. Welche Rückmeldungen haben Sie von Kindern dort dazu erhalten?

Sie sind immer sehr angetan von meinen Illustrationen. Aber auch die Geschichte resoniert mit ihnen. Das wunderbare an Kindern ist, dass sie einen unglaublichen Gerechtigkeitssinn haben. Für Kinder ist die Sache ganz klar: Wenn wir die Wälder roden, sterben die Tiere. Also müssen wir damit aufhören. Als Erwachsene denken wir, so einfach ist das allerdings nicht. Aber warum denn eigentlich nicht? Mein Neffe Nico (9 Jahre) hat eine Fortsetzung geschrieben, in der Fuchs die ganzen Maschinen umbaut, um damit Müll einzusammeln und die Flüsse zu reinigen (und Osterdekorationen herzustellen – es war nämlich gerade Ostern als er die Geschichte geschrieben hat.)

Seit wann leben Sie in Kanada? Wie sieht Ihr Leben dort aus?

Ich bin 2003 nach Kanada ausgewandert. Ich lebe dort in einem kleinen Haus im Wald mit Mann und Schlittenhunden. Im Sommer versuche ich immer Zeit für eine längere Kanufahrt zu haben. Über die Jahre habe ich viel von indigenen Mitmenschen über die Natur und unsere Beziehung zu ihr gelernt. Aber auch hier bin ich von industriellem Einfluss nicht verschont. Wälder werden gerodet, und Rohmetalle abgebaut, Flüsse verschmutzt.

Wofür engagieren Sie sich mit der Gruppe For Peat’s Sake?

Peat ist Torf und bei uns in der Nähe gibt es ganz viele Moore, durch die ich im Winter oft mit meinen Schlittenhunden fahre. Ich bin von der Moorlandschaft ganz fasziniert. Da gibt es Sonnentau und andere fleischfressende Pflanzen oder Sumpfporst, den wir hier Moortee nennen und gern trinken. Moore – wie wir inzwischen ja wissen – speichern mehr Kohlendioxid als jedes andere Ökosystem der Welt. Und wir kommen auch ohne Torf gut aus. Als der Torf kaum ein Kilometer von dort, wo ich wohne, abgebaut werden sollte, habe ich mit anderen For Peat’s Sake gegründet, um die Moore im Norden Saskatchewans zu schützen. Bisher waren wir erfolgreich. Drücken Sie uns die Daumen, dass es so bleibt und Fuchs und Bär weiter ungestört durch Wälder und Moore ziehen können.

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