Private und staatliche Hochschulen: Wo studiert es sich besser?

Der Herbst steht vor der Tür und schon bald finden sich die frischgebackenen Erstsemester in den verschiedenen Hochschulen und Universitäten ein. Ob privat oder staatlich, ob in Vollzeit, berufsbegleitend oder dual – das Studien- und Hochschulangebot in Deutschland ist riesig, sodass Studieninteressierten über 500 verschiedene Institute zur Auswahl stehen.

Natürlich hat jede Hochschulform und Studienvariante ihre Vor- und Nachteile. StudyCheck hat zu diesem Thema verschiedene Professoren mit einigen Klischees konfrontiert, die staatlichen und privaten Hochschulen häufiger vorgeworfen werden. Beispielsweise heißt es oftmals, dass die Bachelor- und Master-Abschlüsse privater Hochschulen einen Einfluss auf die berufliche Karriere hätten oder sogar weniger gehaltvoll sein könnten.

Haben Absolventen privater Hochschulen es im Berufsleben schwerer als Absolventen staatlicher Hochschulen?


Teilweise eilt privaten Hochschulen der Ruf voraus, dass man sich den Abschluss durch die hohen Studiengebühren “erkaufen” könne und das Studium vergleichsweise weniger anspruchsvoll sei. Gut möglich also, dass manche Unternehmen Absolventen privater Hochschulen als weniger qualifiziert einordnen, als Absolventen staatlicher Hochschulen.

Prof. Dr. Marcus Bysikiewicz – Präsident der Europäischen Fernhochschule Hamburg – sieht hier jedoch ganz klar einen Vorteil bei den privaten Hochschulen: “Private Hochschulen sind in der Lage, frühzeitig Trends am Arbeitsmarkt zu erkennen und zeitnah in geeignete Studienprogramme umzuwandeln, um erfolgreich am Markt agieren zu können. Somit können Studierende an privaten Hochschulen mit ihrer Ausbildung frühzeitig den Anforderungen der Unternehmenspraxis genügen.”

Im Vergleich zu staatlichen Hochschulen sind die privaten Studiengänge also oftmals weitaus moderner und zukunftsorientierter gestaltet. Hierbei kommt es jedoch stark auf den jeweiligen Fachbereich an. Denn gerade in den Bereichen Wissenschaft und Forschung und speziell in den Naturwissenschaften sind die staatlichen Hochschulen und Universitäten oftmals besser aufgestellt.

Ist der persönliche Kontakt zwischen Professoren und Studierenden an staatlichen Hochschulen überhaupt möglich?

Prof. Dr. Michael Groll lehrt heute an der privaten, staatlich anerkannten Fachhochschule des Mittelstands in Köln und kennt beide Perspektiven, da er zuvor an der Deutschen Sporthochschule in Köln war. “Der persönliche Kontakt kommt auf jeden Fall zu kurz! Die Kollegen an den Öffentlichen haben ja allein schon anhand des geringeren Lehrdeputats weniger Möglichkeiten, ihre Studierenden in den Veranstaltungen kennenzulernen. Hinzu kommt die schiere Anzahl an Studierenden, da schaffen es höchstens zwei oder drei pro Jahrgang, sich nachhaltig beim Professor oder bei der Professorin bemerkbar zu machen.” 

Der fehlende persönliche Kontakt zu den Studierenden ist somit als Nachteil von staatlichen Hochschulen und Universitäten einzuordnen. Es gibt jedoch auch zahlreiche staatliche Fachhochschulen, die vergleichsweise kleine Studiengruppen führen und somit ebenfalls einen persönlichen Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden gewährleisten können.

Der finanzielle Aspekt

Selbstverständlich sind die Gesamtkosten, die für ein Studium an einer privaten Hochschule anfallen, deutlich höher als an einer staatlichen Hochschule. Das liegt unter anderem daran, dass private Institute sich selbst finanzieren müssen und somit gezwungen sind, vergleichsweise hohe Studiengebühren zu erheben. Entsprechend erkennt Prof. Dr. Groll hier ganz klar den Vorteil der staatlichen Hochschulen:

Die Vorzüge einer staatlichen Hochschule liegen zum einen im finanziellen Bereich, die sind einfach weniger kostenintensiv. Als ein weiteres Argument pro staatliche Hochschule sehe ich die Möglichkeiten, ein Studium von den Inhalten her eigenverantwortlich zu gestalten. Das gilt aber natürlich nur für Studierende, die von Haus aus eigeninitiativ sind.”

Das Studium an staatlichen Hochschulen und Universitäten erfordert somit ein höheres Maß an Eigeninitiative seitens der Studierenden. An privaten Hochschulen und auch an staatlichen Fachhochschulen ist der Studienverlauf oftmals bereits sehr gut strukturiert, sodass der Organisationsaufwand für die Studierenden verringert wird.

Ein weiteres Finanzierungsmodell stellt uns Dr. Christian Klenk – Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt vor: “Die KU erhebt – abgesehen von den üblichen Beiträgen des Studentenwerks (in unserem Fall 52 Euro pro Semester) und einem Beitrag von 4 Euro pro Semester für das Sozialwerk der KU (das verschiedene studentische Projekte und bedürftige Studierende unterstützt) keine Studiengebühren. Der Grund ist, dass wir im Wesentlichen aus staatlichen und kirchlichen Mitteln finanziert werden.” 

Auch Dr. Klenk erkennt trotz der oftmals hohen Studiengebühren Vorteile bei den privaten Hochschulen: “Eine klassische private Hochschule, die nicht auf diese Töpfe zugreifen kann, muss zwangsläufig Gebühren von den Studierenden erheben, um den Lehrbetrieb finanzieren zu können. Der Mehrwert, der an einer privaten Hochschule dafür geboten werden kann, ist unter Umständen eine bessere Betreuung der Studierenden oder eine bessere technische/räumliche Ausstattung.”

Auch im Hochschulbereich gilt somit: Die perfekte Hochschule oder Universität für jedermann gibt es nicht. Jede Hochschul- und Studienform birgt ihre individuellen Vor- und Nachteile.

Der Vorteil von staatlichen Universitäten liegt deutlich auf der forschungsorientierten Ausrichtung. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, ist hier sicherlich bestens aufgehoben. An staatlichen Hochschulen und Fachhochschulen ist die Lehre meist schon deutlich praxisorientierter und die Studiengruppen sind in der Regel vergleichsweise kleiner, sodass ein persönlicher Kontakt zu den Lehrenden hier schon eher möglich ist. Für Studieninteressierte, die hohen Wert auf eine persönliche Betreuung und innovative, arbeitsmarktorientierte Studiengänge legen, kann eine private Hochschule die richtige Lösung sein. Zu beachten ist hier jedoch, dass der finanzielle Aufwand natürlich deutlich höher ist als an staatlichen Instituten. Entsprechend sollte jeder angehende Studierende für seine individuellen Anforderungen und Möglichkeiten festlegen, welche Form der Hochschule für ihn das optimale Lehrangebot bietet. 

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